Dienstag, 27. März 2018
1000 Tage Foroboario
Kinder, wie die Zeit vergeht.

Nun ist dieses kleine Blogprojekt schon seit 1000 Tagen
online.


Viel hat sich in diesen 1000 Tagen getan.

Die neu gepflanzten Olivenbäumchen

haben das erste mal getragen.

An den Weinstöcken waren die ersten Trauben zu sehen.

Die Capanna ist mittlerweile gar nicht mehr wieder zu erkennen.


Und bei den verschiedenen Ausgaben der Eroica muß ich auch weniger schieben.


Insgesamt ist es mir in den tausend Tagen doch recht gut ergangen.



Und nächstes Jahr steht dann ein großer Umbruch in meinem Leben an!

Es bleibt spannend!

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Donnerstag, 15. März 2018
Zwischenmeldung
Nachdem Frau sid zu Recht moniert, daß sich hier immer so lange nichts tut, wollte ich doch zumindest eine Zwischenmeldung geben!



Der späte Wintereinbruch scheint wohl nicht nur den Weinberg sondern auch meine Blogaktivitäten einzufrieren.


Tatsächlich hatte ich schon viele Beiträge im Hinterkopf:

Meine Affinität zu Nikolaus Otto, Don Ferrando als Glückspilz, die Fortsetzung der Capanna Geschichte und wer war Capellino!
Die Texte wabern schon im Hinterkopf, aber die Bebilderung macht mir Schwierigkeiten.

Jedenfalls soll es hier weiter gehen!

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Mittwoch, 31. Januar 2018
Schneider Schneider meck meck meck!
Ich wollte schon immer ein Handwerk erlernen, oder wenigstens etwas selber handwerklich herstellen.

Sicher, ich habe ja meinen
Olivenhain und meinen
Weinberg, die auch sehr viel Handarbeit erfordern.



Einfache Servicearbeiten am Fahrrad kann ich auch erledigen. Aber da erschaffe ich nicht wirklich etwas.

Auch
Brot backen gelingt mir recht gut. Am am liebsten wollte ich etwas mit Stoff machen, weil mich doch sehr fasziniert, wie der
Maestro in Lucca mir Anzüge schneidert.

Also habe ich mich entschlossen, einen Nähkurs zu machen.


Anfangs lernte ich an Hand eines Nadelkissens die ersten Grundfertigkeiten, die man immer wieder braucht. Schnittmuster, Nahtzugabe, Verstürzen.



Das konnte ich alles gleich umsetzen bei der Herstellung einer gefütterten Tasche.



Mein erstes richtiges Projekt war dann ein Morgenmantel, wofür ich mir feinste Naturseide als Stoff aussuchte.



Mit dem Ergebnis bin ich recht zufrieden, nur das Foto kriege ich für das blog nicht gedreht.

Mein Meisterstück ist bislang eine doppelreihige Weste aus schönem Tuch von Zegna.



Natürlich werde ich nie die Klasse eines ausgebildeten Schneiders erreichen, aber mit Hilfe von Ala aus der
Nähbar
traue ich mir jetzt auch schwierige Sachen zu und mache einfachere schon selbständig zu Hause.

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Dienstag, 12. Dezember 2017
Jahresrückblick in Bildern
Schon wieder ist ein (Lebens)Jahr um und es war kein schlechtes Jahr, wenn ich es so Revue passieren lasse.



Der Januar begann wunderbar sonnig in der Toscana, wo am Neujahrstag tatsächlich die Rosen blühten.



Zurück im kalten Deutschland ging es im Februar weiter mit der Meenzer Fassenacht, die im Gegensatz zu Karneval sehr politisch ist.
Umzüge der Garden haben ja auch einen politischen Hintergrund; man macht sich über den Militarismus lustig.



Am 8. März war Weltfrauentag, an dem ich meine Kolleginnen bedacht habe.



Natürlich sind wir in Bayern auch kein Volk von Traurigkeit. Und obwohl es kein gesetzlicher Feiertag mehr ist, wird insbesondere in Reutberg der Josefitag gefeiert.



Im April begann dann ernsthaft auch die Motorradsaison und ich fuhr zur Ersten Meile nach Böhmen.



Noch mehr unterwegs war ich dann im Mai.




Einige Tage Hamburg und bald danach nach Montalcino, um mich bei der Eroica zu quälen.




Nachdem ich wie ein nasser Sack vom Rad gefallen war, musste ich natürlich Form aufbauen.



Eine erste ernsthafte Trainingseinheit fand im Juni in Südtirol statt, wo ich mit Don Alphonso und Mark793 eine Tour auf dem Eisack Radweg drehte.





Am dritten Wochenende im Juni ging es wieder nach Böhmen zum Hlavni Sraz.



Lorelei und Mittelrheintal besuchte ich dann im Juli.

Sportlich war dann der Rest des Juli mit mehreren Trainingseinheiten in der Holledau um um Kloster Scheyern mit Don Alphonso und dann alleine in der Lucchesia.







Der Toskanaaufenthalt ging bis Anfang August. Meer und Berge sorgen für den Ausgleich zum Radeln.





Kaum zurück zu Hause, ging es Anfang September ins Sudetenland nach Eifel, wo ein Treffen Besitzer alter amerikanischer Motorräder stattfand. Trotz Regen war es wieder ein schönes Wiedersehen bei den Freunden.





Das Oktoberfest findet ja bekanntlich im September statt und auf der Oiden Wiesn ist es gemütlich und nicht voller Abgestürzter.




Nach der Wiesn ging es nochmal nach Böhmen zur Letzten Meile.




Dann war im Oktober wieder verstärktes Radeln angesagt.


Ein neues Lenkerband für das Lutz und es konnte nach Gaiole gehen, wo ich nach dem sommerlichen Training ganz anständig über die Berge kam.




Zuhause in München war dann der Himmel über der Residenz fast toskanisch.




Nicht ganz grau war der November und in Mainz war über dem Dom der Himmel etwas blau.




Schon sind wir wieder im Dezember angekommen.

Prag ist zu jeder Jahreszeit eine Reise wert.Im Advent ist es leider etwas voll.




Nun ist auch der Winter angebrochen und bei der Fahrt von Mainz nach Hause mußte ich mich über verschneite Autobahnen kämpfen.


Morgen beginnt ein neues Lebensjahr und in 10 Tagen geht es wieder in die Toscana und ich hoffe, es blühen die Rosen.

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Mittwoch, 23. August 2017
La sartoria non fa moda!
Es wird ja viel von Nachhaltigkeit, Schonung der Ressourcen und "buy local" geredet.

Da dachte ich mir, fang doch am besten mit der Kleidung an.

Glücklicherweise fand ich in meiner zweiten Heimat einen Schneidermeister, der noch nach alter Handwerkskunst arbeitet und auch bezahlbar ist.



Ich habe den Stoff ausgewählt, den Stil und die Details besprochen und wurde dann ausgemessen.



Beim ersten Teil waren noch drei Anproben nötig, später genügten dann zwei.



Es genügen drei, vier Anzüge und noch ein, zwei sportliche Blazer.
Mehr braucht man eigentlich gar nicht, denn diese Stücke halten bei guter Pflege sehr sehr lange.
Weniger ist wirklich mehr.
Schneiderkunst ist zeitlos; anders als geklebte Anzüge von einer Firma Metzingen, die auch gar nicht dort gefertigt werden.
Sehr lebendig ist die alte Schneiderkunst auch noch in
Neapel.

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Sonntag, 18. Juni 2017
Kein Samba auf dem Monte Prano
Ich bin ja nicht nur gerne mit dem Rennrad
unterwegs, sondern zur Abwechslung auch mal auf Schusters Rappen.

Da trifft es sich gut, daß mein kleines Podere an Rande der
Apuanischen Alpen liegt.




Der südwestlichste Gipfel dieser schönen Berglandschaft ist der Monte Prano; man kann von dort ober in die Mamorbrüche sehen, das toskanische Archipel im Thyrrenischen Meer und bei guter Sicht sogar bis Korsika.




An einer kleinen Ansiedlung, die nur noch im Sommer bewohnt ist, beginnt der Anstieg, der erst durch kühle schattige Kastanienfelder führt.

Der italienische Alpenverein hat die Wege gut ausgebaut und bestens beschildert.




Bei Campo al Orzo tritt man aus dem Wald heraus und beginnt nun mit dem eigentlichen Aufstieg. Eine Kirchenruine zeugt davon, daß bis zum Ende der Mezzadria hier reges Leben herrschte und die Menschen durch Schafzucht oder Anbau von Gerste (orzo) ihren kargen Lebensunterhalt verdienten.





Immer weiter und steiler geht es hinauf und man sieht jetzt schon von weitem das große Gipfelkreuz, daß als Friedensmahnung aufgestellt wurde.




Vor 10 Jahren hatte ich den Aufstieg kaum geschafft, so sehr hatte mich mein Leben zwischen Bürostuhl und Couch schon geschwächt.
Jetzt aber merkte ich den positiven Effekt meiner, zugegebener Maßen noch zu geringen, körperlichen Betätigungen.




Nach einer ordentlichen Gipfelbrotzeit mit Peccorino und Salami machten wir uns wieder auf den Rückweg und erreichten bald wieder das Tal.




Ach ja, was hat es nun mit dem Samba auf sich?




Wie dem Leser diese Blogs schon bekannt ist, fanden in dieser wunderschönen Gegend schlimme Kämpfe 1944
statt. Die deutschen Besatzer hatten auf dem Monte Prano einen Artillerieposten, welcher von den brasilianischen Soldaten der FEB
eingenommen wurde, als diese, als einen ihrer ersten Kampfeinsätze während der Befreiung Italiens, den Monte Prano eroberten.
Und das war sicher kein fröhlicher Samba Tanz.

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Mittwoch, 10. Mai 2017
Toscana Fraktion
Montalcino - was fällt Ihnen da ein?
Natürlich Brunello, Otto Schily, Peter Glotz oder Joseph Fischer! Genau.



Aber darum geht es hier nur sehr am Rande.
Um die genannten Personen gar nicht, um Brunello nur ein wenig.

Sie haben es erraten. Hier geht es mal wieder um das Radfahren, genauer um die Eroica.

Am 7. Mai war es mal wieder soweit, daß ich mich einer Gruppe Wahnsinniger anschloß, um auf den strade bianche der Provinz Siena Mensch und Material einer Bewährungsprobe auszusetzen.

Die Organisatoren hatten für die diesjährige Frühjahrsedition Montalcino als Start-und Zielort ausgewählt und teilweise neue Streckenführungen eingebaut.

Auf der Fahrt in den Süden begleitete mich diesmal der A., den ich seit Frühjahr 1964 kenne und mit dem ich schon viel Unsinn angestellt hatte.
Wie nicht anders zu erwarten, ist er auch für die Eroica der richtige Begleiter.

Am Samstag Mittag brachen wir dann auf, um den Rest des Teams in Montalcino zu treffen und unser Tour Package mit Startnummer und Roadbook abzuholen.

10 Kilometer vor Montalcino schlug meine gespannte Vorfreude aber in ein jähes Klagelied und Jammern um.

Im Gegensatz zu Buonconvento im Orcia Tal, dem Startort der letzten Jahre, liegt Montalcino hoch über dem Tal der Orcia.
Das hieß also, daß auch die Zielankunft oben auf dem Berg läge. Wie sollte ich denn je zum Ende der Runde noch solch einen Anstieg schaffen?
Je näher wir Montalcino kamen, desto schlimmer wurde mein Geheul und ich versuchte schon Ausflüchte für eine Absage des ganzen Unternehmens zu finden.

Aber noch hätte ich ja 18 Stunden bis zum Start Zeit.

Die Formalien war schnell erledigt, als sich schon der gute Mark793 meldete, mein Begleiter und Motivator vom letzten Jahr in Buonconvento.

Nachdem auch die anderen von einer Erprobungstour zurück waren, ging es nach Staggia Senese in die Unterkunft.
Die Teambesprechung fand dann wie üblich am Abend bei Pizza und Pasta im Pozzo dei Desideri statt.

Don Alphonso würde mit dem A. und dem W. eine Distanz bestreiten, mark793, T. und ich eine andere und der
Monnemer die Königsetappe von 170km. Der Start hierzu war schon um halb sieben, so daß um neun wir anderen unseren Startstempel abholten und losrollten.

Aber nicht wie gedacht bergab ging es, sondern hinter der Burg von Montalcino schraubte sich der Berg nochmals höher. Zum Jammern blieb nun keine Zeit.
Nach wenigen Metern hatten wir uns eingerollt und das kleinste Ritzel war gefunden.
Der Blick über die hügelige Bilderbuch Toscana schnell für die ersten Anstrengungen.



Schon bald bog die Strecke ab auf die ersten Schotterpisten und wir wurden mächtig durchgeschüttelt. So ging es bei herrlichem Wetter bergauf und bergab. Manches Stück mußte ich schieben und bergab auf den strade bianche bremste ich, was das Zeug hielt.



Als mir an einem Anstieg mal wieder die Kraft auszugehen drohte, wies mich der famose mark793 darauf hin, daß ich noch ein kleines Kettenblatt zur Verfügung hatte. Da ging's dann auf einmal leichter.

So hatten wir dann auch schon bald Tavernelle erreicht, wo die erste Verpflegungsstation bereit stand.



Wie jedes Jahr wurden aufgetischt, was Keller Küche der Toskana zu bieten haben: peccorino und Salami, prosciutto und crostata. Ribollita und Honigbrote. Und natürlich wunderbaren Rotwein, den ein älterer Herr als gesunde Früchte anpries.

An der Station verlies uns nun mark793, der direkt nach Montalcino zurückfuhr.
T. und ich aber fuhren weiter auf der vorgesehenen Strecke.
Auch bei meiner vierten Teilnahme schien mir auch bei der Eroica Montalcino der Abschnitt zwischen erstem und zweiten Ristoro der härteste zu sein.

Die Anstiege waren länger, die Abfahrten auf Schotter steiler, das Etappenziel weiter, die Schiebe Einlagen länger, meine Verzweiflung größer.



Dennoch blieb genügend Zeit, die wunderbare Landschaft zu bewundern. Bald schon sahen wir das Kloster Sant Antimo vor uns liegen und nach einem Mörderanstieg hatten wir das zweite Ristoro hoch oben in Castelnuovo dell Abate erreicht.
Wir genehmigten uns hier eine etwas längere Pause und ich einen zweiten Becher des köstlichen Montalcino Weines, bevor es auf die Schlussetappe ging.
Zehn Kilometer bis ins Ziel lagen vor uns. Da meine Kräfte merklich schwanden, ließ ich den fitteren (und jüngeren) T. ziehen.
Anders als am Vortag befürchtet, war der Schlußanstieg nach Montalcino aber gar nicht mehr steil und so konnte ich früher als erwartet ins Ziel einrollen und meine Medaille in Empfang nehmen.


Wenig später trafen dann auch schon Don Alphonso mit dem A. und dem W. im Ziel ein.
Leider hatten sie im Gegensatz zu mir und T. mehrere Pannen gehabt, was ihrer guten Laune aber keinen Abbruch tat.
Den tapferen Monnemer konnten wir dann später auch noch im Ziel zu seiner hervorragenden Leistung gratulieren.
So war die Eroica Montalcino für unsere Toscana-Rennrad-Fraktion ein voller Erfolg.
Ob ich nächstes Jahr wieder antreten? Vedremo !

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Sonntag, 8. Januar 2017
Silvester auf Monte
Nachdem ich Weihnachten dieses Jahr am Rhein verbrachte, hatten wir uns entschlossen, zum Jahreswechsel in die Toscana zu fahren.

Ein Tisch bei Valentino für den cenone di San Silvestro wurde Anfang Dezember reserviert.


Die Fahrt ging flott voran und selbst am Gotthard Tunnel keine Spur von Stau.

So kamen wir noch bei Helligkeit auf dem Podere an und konnten nach dem Ausladen des Autos den Sonnenuntergang und Mondaufgang genießen.





Valentinos Küche hatte ein ausgezeichnetes 9 Gänge Menü typischer lucchesischer Gerichte vorbereitet.
Die hausgemachte Pasta ist dabei immer einer der Höhepunkte.




Ab Mitternacht legte dann der örtliche DJ los und es wurde fröhlich getanzt.
Die Böllerei hatte sich sehr in Grenzen gehalten.

Am nächsten Morgen begrüßte uns 2017 mit herrlichem Sonnenschein und einem blauen Himmel, der mich jedesmal wieder erneut.


Bei unserem Neujahrsspaziergang entdeckten wir sogar blühende Rosen.

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Sonntag, 20. November 2016
Der Weinberg
Schritt für Schritt gebe ich der Toskana ein Stück Kulturlandschaft zurück, um einen kleinen Teil meines Podere wenigstens wieder seiner ursprünglichen Bestimmung zuzuführen und für den Eigenverbrauch auch landwirtschaftlich zu bewirtschaften.

Nachdem ich vor zwei Jahre einen Teil des Olivenhains wieder hergerichtet habe, begann ich letztes Jahr nun mit der Pflanzung von Weinstöcken.
Ich habe mit 23 kleinen Setzlingen begonnen, die dann nach wenigen Monaten schon sehr schön ausgetrieben haben.



Gesetzt habe in der ersten Phase 2015 den in der Toskana am häufigsten vorkommenden
Sangiovese

Da ich ja keine Höchsterträge produzieren will, benutze ich rohe unbehandelte Pfähle aus Kastanienholz und Schilfrohr, um die Reben zu ziehen und verzichte auf Beton- oder Stahlpfosten. Es geht mir ja auch um die Optik.



Nachdem alle Setzlinge angegangen sind,

kamen nun dieses Frühjahr nochmals 50 neue Weinstöcke hinzu, wobei ich für die Hälfte davon jetzt auch Merlot wählte.


Auch dieses Jahr sind alle Setzlinge gut angegangen und die vorjährigen sind schon bis zu einer Höhe von 1,20 m gewachsen.



Nächstes Jahr kann ich dann vielleicht schon die ersten Trauben ernten.

Und die 2014 gepflanzten Olivenbäumchen haben sich auch schön entwickelt.

An einigen hingen dieses Jahr schon einige sehr schöne Oliven.



Als nächstes möchte ich dann vielleicht mal das Kastanienwäldchen säubern und sehen, ob ich wieder kleine Maroni Ernten erzielen kann.

Aber das wird dann eine neue Geschichte.

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Mittwoch, 28. September 2016
Blutspur
Mitte der 1960er Jahre kam ich das erste Mal nach Italien und in die Lucchesia.

Alle Menschen waren sehr freundlich, ja nachgerade herzlich zu uns.
Jeder im kleinen Dorf, ob jung oder alt hieß uns willkommen.

Umso verstörter war ich, als wir eines Nachmittags bei einem Spaziergang durch die Wälder des Nachbardorfes von einer alten Frau richtig feindselig angegangen wurden.

Wir hatte uns wegen eines Gewitters kurz in einem verlassenen Metato untergestellt, wo das alte Mütterlein an einem Kruzifix frische Blumen anbrachte.
Was die Frau sagte, verstand ich nicht, aber am Tonfall und Körpersprache war eine Beschimpfung unschwer zu erkennen.

"Die Deutschen haben während des Krieges den Pfarrer erschossen und deshalb mag sie keine Deutschen", erklärte uns meine Mutter.

Das war das erste Mal, daß ich mit der blutigen Vergangenheit dieses schönen Landstrichs in Berührung kam und es war auch das letzte Mal, daß dort jemand mich seine Abneigung gegen Deutsche spüren ließ.

Und es würde einen kaum verwundern, wenn es anders wäre, so wie gerade in der Umgebung von Lucca

Deutsche in den wenigen Wochen kurz vor der Befreiung im September 1944
gehaust haben und eine schrecklich Blutspur hinterließen.
Diese Bilder hier habe ich an Orten im Umkreis von weniger als 20 Kilometern gemacht.

Es sind viel Orte, wo gemordet wurde. Nicht nur die bekannten Massaker wie Sant'Anna.

Überall findet man Gedenksteine und Erinnerungen an die Mordtaten. Und es ist gut, daß daran erinnert wird.







Auf meinem Grundstück fanden zwei Amerikaner den Tod als sie in einen Hinterhalt gerieten. Das einfache Kreuz, daß der frühere Contadino an dieser Stelle aufgestellt hatte, war verfallen und ich habe es jetzt durch ein neues ersetzt.

Außer diesem einem Mal vor 50 Jahren habe ich nie wieder irgendwelche Anfeindungen in Italien wegen der deutschen Verbrechen erlebt.

Auch jetzt nicht, als über den Tod eines der Täter berichtet wurde, der nie nur einen Tag im Gefängnis saß.

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Montag, 8. August 2016
2 Klostertour
Naturgemäß bewege ich das Rennrad nicht nur bei der Eroica, sondern unternehme gerne auch eine Ausfahrt im schönen heimischen Bayern.



Mit unseren Stahlrennern sind wir dann am Sonntag zu einer 2 Klöster Tour aufgebrochen.

Ziel war das berühmte Kloster Andechs hoch über dem Ammersee.


Das zweite Kloster lag auf dem Weg dorthin, das ehemalige Kloster Fürstenfeld mit seiner schönen Barockkirche.


Auf dem Hinweg hielten wir dort nur kurz inne, denn der größte Teil des Weges lag noch vor uns.

Nach zwei Dritteln der Strecke kehrten wir erstmal am Wörthsee zu einem ordentlichen Weißwurschtfrühstück ein und genossen im Biergarten den Blick über den See.



Leider geriet die Pause etwas zu lange, sodaß ich dann bei Klettern am Widdersberg ziemlich leiden mußte und nach ein paar Metern das Rad schob.
Die Höhe war aber bald erklommen und dann waren es nur noch wenige Kilometer nach Kloster Andechs, das man schon von weitem sehen konnte.


Immer noch voll von den Weißwürsten begnügten wir uns mit kühlen Getränken und tauschten mit anderen Radlern Erfahrungen aus. Ein Paar am Tisch war gerade bei einer 3 Klöstertour unterwegs, die von Kloster Reutberg über Kloster Schäftlarn und Andechs wieder nach Reutberg führte.

Nach knapp zwei Stunden brachen wir dann wieder auf und waren im Nu im schönen Biergarten des
Klosterstüberls Fürstenfeld angelangt, wo wir uns noch ein Abschußbier genehmigten.


Auf den letzten 11km nach hause spürte ich aber dann doch die schweren Beine.
Schön war die Tour dennoch und wir werden sie sicherlich nochmals fahren.

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Freitag, 5. August 2016
Floating Pears
Nachdem ich es vor zwanzig Jahren weder zum
Pont Neuf noch zum Reichstag geschafft hatte, wollte ich mir dies mal Christos Installation auf dem Lago d'iseo nicht entgehen lassen.


Und die Fahrt hat sich wirklich gelohnt.



Die Italiener hatten alles perfekt organisiert. Auf der Autobahn wurde schon die richtige Ausfahrt empfohlen und gleich hinter der Zahlstelle war ein großer Parkplatz mit Shuttle Bus.



Dann mußte man noch eine halbe Stunde anstehen und nun ginge es unbegrenzt hinaus auf das Wasser, wo eine kühle Brise die Affenhitze vergessen ließ!



Freundliche Menschen verteilten ein Faltblatt mit allen Informationen und einer Karte zum Kunstwerk.

Es kam dann noch ein größeres Boot angefahren, auf dem Christo den Besuchern zuwinkte.


Ich bin froh, daß ich diese "once in a lifetime" Gelegenheit nicht verpasst habe und auf den Floating Pears gelaufen bin.

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